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Wenn das Leben zu Ende geht - Qualitätsstandards in der palliativen Versorgung.
Donnerstag, 04. November 2010 um 07:21 Uhr

Schwäbische Zeitung Friedrichshafen vom 4. November 2010 -

Mit einem gemeinsamen Projekt wollen alle sechs katholischen Sozialstationen und die Caritas im Bodenseekreis die ambulante Versorgung unheilbar kranker und sterbender Menschen flächendeckend verbessern und damit einen Beitrag zu einer "wertschätzenden Sterbekultur" leisten.

Immer mehr unheilbar kranke und alte Menschen wollen ihre letzte Lebensphase vor dem Tod zu Hause verbringen. Weil sie besondere Bedürfnisse haben, sind Mitarbeiter der ambulanten Dienste in diesen Situationen besonders gefordert, sensibel und unterstützend zu wirken.

Die katholischen Sozialstationen in Friedrichshafen, Tettnang, Langenargen, Markdorf, Salem und Überlingen haben es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsame Qualitätsstandards in der ambulanten Palliativ-Versorgung im Bodenseekreis zu entwickeln. Zum ersten Mal arbeiten alle sechs über die Diözesangrenzen (kirchliche Verwaltungsbezirke) hinweg zusammen und bündeln - mit Hilfe von Sponsoren - ihre Kosten, um alle ihre Mitarbeiter zu schulen. Fortbildungen sollen sie in die Lage versetzen, unheilbar kranke und alte Menschen in der Zeit vor ihrem Tod hilfreich, zuwendend und wertschätzend zu begleiten.

"Es geht um eine ganzheitliche Behandlung und damit um mehr Lebensqualität für Betroffene, die an einer unheilbaren, lebensbedrohlichen Krankheit leiden", sagt Werner Figilister, Geschäftsführer der Sozialstation in Friedrichshafen, der zusammen mit seinen Kooperationspartnern dabei ist, ein gemeinsames, flächendeckendes Profil für die katholischen Sozialstationen im Kreis zu erarbeiten und damit ihre "urchristliche Tradition" weiterzuentwickeln.

Alle Mitarbeiter sollen nun weitere Kompetenzen erwerben, damit sie schwer kranke Menschen jeglicher Religionszugehörigkeit und deren Angehörige sensibel, fachgerecht, würdevoll und ganzheitlich begleiten können. Dazu gehört neben der Palliativ-Pflege auch eine menschliche, soziale und spirituelle Betreuung. Berücksichtigt werden sollen die besonderen, individuellen Bedürfnisse der Patienten - sei es der Wunsch nach Schmerzfreiheit oder die Bitte, mit einem Seelsorger oder lieben Menschen sprechen zu wollen.

Den Angehörigen sollen die Mitarbeiter der katholischen Sozialstationen als zuverlässige und kompetente Ansprechpartner zur Seite stehen um sie zu unterstützen, wenn es um pflegeerleichternde Hilfen geht, um finanzielle Ressourcen, auf die sie zurückgreifen können, oder um Hilfen durch soziale Netzwerke vor Ort wie Hospizgruppen oder kirchliche Gruppierungen.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine große Auftaktveranstaltung am 12. Februar 2011 im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen zum Thema "Gemeinsam den Weg gehen - Wertschätzende Sterbekultur im Bodenseekreis", die sich an alle Mitarbeiter, die Fachöffentlichket, Ärzte, Hospizgruppen, Multiplikatoren und Sponsoren wendet.

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