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Gutes für andere tun und auch an sich selber denken
Freitag, 17. September 2010 um 08:45 Uhr

Gutes für andere tun und dabei trotzdem auch an sich selber denken?
Dieser Gedanke ist legitim - und in diesem Fall sogar durchaus gewolt.
Als Mitglied der Fördergemeinschaft der Katholischen Sozialstation Friedrichshafen darf man gerne den eigenen Vorteil im Falle einer späteren Pflegebedürftigkeit im Auge behalten.


(Bild: Ein paar unbeschwerte Stunden durften die Mitglieder der Fördergemeinschaft der Katholischen Sozialstation bei der traditionellen Schifffahrt, die dieses Mal zur Insel Mainau führte, erleben.)

Zunächst zu den Zahlen: Knapp 22 000 Mittagessen wurden ausgeliefert, bei mehr als 60 000 Hausbesuchen konnten 380 Klienten pflegerisch versorgt und betreut werden, Nachbarschaftshelfer und -helferinnen waren fast 10 000 Stunden im Einsatz, 3 900 Einsatzstunden wurden bei der Familienpflege oder im Haushaltsorganisationstraining geleistet, 93 964 Einzelmodule - von der Körperpflege bis zum An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen und der Versorgung mit Katheter oder Trachealkanüle - sind erbracht worden. Der älteste betreute Patient ist derzeit 101 Jahre alt, der jüngste gerade einmal ein paar Wochen. Das Mitarbeiterteam besteht aus 169 ständigen Einsatzkräften. Das sind die beeindruckenden Daten aus dem jüngsten Jahresbericht der Katholischen Sozialstation Friedrichshafen. Doch auch hier ist man - wie bei gewerblichen Pflegediensten - zum wirtschaftlichen Arbeiten gezwungen.



"Wo bleibt die Zeit des Zuhörens, des behutsamen, vielleicht auch längeren Gesprächs, die ohne Zeitdruck notwendige Anleitung pflegender Angehöriger?", fragt sich Geschäftsführer Werner Figilister und spricht damit einen Punkt an, der im Hinblick auf den demographischen Wandel immer mehr an Bedeutung gewinnt. Anders gesagt: "Die oben genannten Selbstverständlichkeiten und das erforderliche Mehr an Zeit wird von keiner Kranken- und Pflegekasse mehr gezahlt", sagt Figilister und wirbt um Mitgliedschaften in der Fördergemeinschaft der Katholischen Sozialstation. Mit einem jährlichen Mindestbeitrag, der für Einzelmitglieder bei 15 Euro und für Ehepaare bei 25 Euro liegt, werden Leistungen ermöglicht, die sonst nicht finanzierbar wären, etwa Besuche bei Menschen, die keinen sozialen Kontakt mehr haben, Hilfe bei pflegerischen Fragen, aber auch Sitzwachen bei Sterbenden oder die Trauerbegleitung von Angehörigen.
Auf der anderen Seite sind Fördermitglieder zu Veranstaltungen eingeladen, erhalten kostenlose Beratung zu Hause, im Bedarfsfall ein Pflegevorrecht und auch teilweise Gebührennachlässe. Nicht zuletzt dürfen sie sich als kleines Dankeschön auf die schon zur Tradition gewordene jährliche Schifffahrt auf dem Bodensee freuen, die in diesen Tagen wieder über die Bühne ging und für alle Beteiligten eine herrliche Abwechslung war.

"Solidarität hat viele Namen", sagt Werner Figilister. "Auch die Mitgliedschaft in der Fördergemeinschaft der Katholischen Sozialstation kann dazugehören."

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